Neues bei den Kinderbetreuungskosten: Fahrtkostenersatz berücksichtigungsfähig

Mit Beginn des Jahres 2012 wurde die steuerliche Abzugsfähigkeit von Kinderbetreuungskosten neu geregelt.

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel wurde  vor etwa 9 Jahren veröffentlicht  und ist daher möglicherweise nicht mehr aktuell. Bitte sprechen Sie mit uns, wenn Sie Fragen zu diesem Thema haben.

Wir haben in unserer blattgrün-Ausgabe 3 (Mai 2012) darüber berichtet.

Aufwendungen für die Betreuung eines Kindes können als Sonderausgaben berücksichtigt werden - 2/3 der Aufwendungen bis max. 4.000 € jährlich je Kind.

Dabei sind vor allem begünstigt die Ausgaben für die Unterbringung in Kindergärten, Kindertagesstätten, bei Tagesmüttern sowie die Kosten für die Beschäftigung von Kinderpflegern, Erzieherinnen oder die Dienstleistung von Haushaltshilfen sofern sie ein Kind betreuen.

Dies gilt ausdrücklich auch, wenn die Betreuung durch Angehörige wie bspw. Großeltern erfolgt. Voraussetzung für die Anerkennung ist jedoch eine zivilrechtlich wirksame, klare und eindeutige Vereinbarung die dem Fremdvergleich stand hält und die auch tatsächlich so durchgeführt wird. 

Erfolgt die Betreuungsleistung durch die Oma unentgeltlich - bedeutet das aber nicht, dass die gesamte Vereinbarung nicht anzuerkennen ist.  Fahrtkostenerstattungen können in so einem Fall durchaus als Sonderausgaben  anerkannt werden. So hat das Finanzgericht Baden-Württemberg kürzlich entschieden.

Für das Finanzgericht war dabei entscheidend, dass die Vereinbarung über die Verpflichtung zum Ersatz der Fahrtkosten auch zwischen fremden Dritten so üblich wäre. 

WICHTIG: Um den Abzug der Fahrtkosten als Sonderausgaben zu erreichen muss auch - bei  einer sonst unentgeltlichen Betreuung eine schriftliche Vereinbarung geschlossen werden - und die Zahlung des Fahrtkostenersatzes muss unbar auf das Konto der betreuenden Person gezahlt werden. 

Aufwendungen für die Fahrten des Kindes zur Betreuungsperson sind dagegen nicht begünstigt. 

Hinweis:  Die Fahrtkosten können mit 0,30 € pro gefahrenem km abgerechnet werden.

 

 

Diese Artikel könnten Sie interessieren
Gutscheine und Umsatzsteuersenkung

Wir haben bereits in einer vorangegangenen Blattgrün-Ausgabe darauf hingewiesen, dass sich bei der Erstellung von Gutscheinen nur noch nach Einzweck- und Mehrzweckgutscheinen unterscheiden dürfen.

» Weiterlesen

Weitere Corona-Entwicklungen

Die Corona-Pandemie und Ihre Auswirkungen werden uns noch weit bis in das nächste Jahr begleiten. Die Entwicklungen bleiben weiterhin dynamisch und wir halten Sie auf dem Laufenden.

» Weiterlesen

Pkw-Überlassung an Arbeitnehmerehegattin kann umsatzsteuerliche Folgen haben

Der Bundefinanzhof hat mit Beschluss vom 04.12.2019 V R 31/18 sich wie folgt geäußert.

» Weiterlesen