Anforderungen an steuerliche Anerkennung eines geringfügigen Ehegattenarbeitsverhältnisses

In erster Instanz wurde das Ehegattenarbeitsverhältnis vom Finanzgericht nicht anerkannt.

Im Streitfall bezog ein Obergerichtsvollzieher Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit. In seinem Geschäftsbetrieb beschäftigte er auf eigene Kosten drei Büroangestellte: Seine
Ehefrau, seine Tochter und eine Fremdkraft. In erster Instanz erkannte das Finanzgericht Rheinland-Pfalz das Arbeitsverhältnis zwischen dem Obergerichtsvollzieher und seiner Ehefrau nicht an. Nach Ansicht des Finanzgerichts ist die Arbeitsleistung nicht ausreichend nachgewiesen worden. Allein von der Ehefrau gefertigte Stundenzettel seien nicht weiter aussagekräftig.


Der Bundesfinanzhof entschied, dass Aufzeichnungen betreffend die Arbeitszeit, z.B. Stundenzettel, nur Beweiszwecken dienen. Sie seien für die steuerliche Anerkennung eines Arbeitsverhältnisses zwischen nahen Angehörigen daher nicht zwingend erforderlich. Nach Auffassung der Richter sind Lohnzahlungen an einen im Beruf des Steuerpflichtigen mitarbeitenden Angehörigen als Werbungskosten abziehbar, wenn der Angehörige aufgrund eines wirksamen, inhaltlich dem zwischen Fremden Üblichen entsprechenden Arbeitsvertrags beschäftigt wird, die vertraglich geschuldete Arbeitsleistung erbringt und der Steuerpflichtige einerseits die Arbeitgeberpflichten, insbesondere die der Lohnzahlung, erfüllt. Bei der nicht vollzeitigen Beschäftigung Angehöriger seien Unklarheiten bei der Wochenarbeitszeit für die steuerliche Anerkennung des Arbeitsverhältnisses unschädlich, wenn die konkrete Arbeitszeit des Angehörigen von den beruflichen Erfordernissen des
Steuerpflichtigen abhängt und Unklarheiten deshalb auf die Eigenart des Arbeitsverhältnisses zurückzuführen seien.

Steuer
Diese Artikel könnten Sie interessieren
Vermietung: Energielieferungen sind steuerpflichtige Hauptleistungen

Vom Vermieter erbrachte Energielieferungen werden nicht als Nebenleistungen zur steuerfreien Wohnungsvermietung angesehen.

» Weiterlesen

Abgabefrist für Steuererklärungen für das Veranlagungsjahr 2020 verlängert

Die Abgabefrist für Steuererklärungen 2021 wurde auf den 1. November 2021 verlängert.

» Weiterlesen

Steuerliche Nutzungsdauer für beruflich angeschaffte Computer

Ab dem Veranlagungsjahr 2021 können die Kosten vollständig im Jahr des Kaufes abgesetzt werden.

» Weiterlesen